„Im Namen Gottes“- Nine-Eleven
Im September 2011 waren es zehn Jahre her, seit Selbstmordattentäter zwei Passagierflugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Center in New York gelenkt und über 3000 Menschen in den Tod gerissen hatten.
Die Welt ist seither nicht mehr dieselbe. Neben den tiefgreifenden politischen und wirtschaftlichen Folgen, warf der grausame Anschlag auch ein dunkles Licht auf die Verführungskraft fanatischer Religionen, insbesondere auf jene eines radikalisierten Islams. Schliesslich handelten die Attentäter der Wahnsinnstat aus ihrer Sicht im Namen Gottes.
Das ist der Ausgangspunkt eines Schauspiels von Peter-Adrian Cohen, das zum 10. Jahrestag des Terroranschlags in verschiedenen Städten aufgeführt worden war. In Zürich half die Landeskirche mit, das Stück auf die Bühne zu bringen. Jetzt liegt das Schauspiel auch als DVD vor.
Die Regie hält die Inszenierung des Sechs-Personen-Stücks extrem nüchtern. Umso wichtiger sind die Monologe und Zwiegespräche der Protagonisten. Sie schlüpfen in die Rolle eines Pfarrers, eines Rabbis, eines Musilms, eines Bischofs und einer Psychoanalytikerin und versuchen aus ihrer Warte mit der Unmenschlichkeit des Menschen fertig zu werden und die Rolle ihrer eigenen Religion zu reflektieren.
Es ist schliesslich der Bischof, der die Doppeldeutigkeit des Religiösen in Worte fasst: „Es gibt keine stärkere, aber auch keine zerstörerische Kraft als die Leidenschaft der Religionen.“ Die Fragen nach Gott in dieser Tragödie stellen sich auch – aber ganz anders und unmittelbarer – die Menschen in den einstürzenden Zwillingstürmen, die hilflosen Retter und Feuerwehrleute in ihrem Katastropheneinsatz und die Angehörigen, die via Mobiltelefon den Tod ihrer Liebsten miterleben müssen. Auch diese Menschen melden sich in ihrer ganzen Verzweiflung, in ihrer Wut und Angst auf der Bühne zu Wort.
DVD. „Im Namen Gottes“ – Nine-Eleven. Eine Reflexion über Religion und Gewalt. Peter-Adrian Cohen. Regie, Peter Holliger.
Produktion: Philippe Dätwyler. Es spielen: Mohammad-Ali Behboudi, Peter Holliger, Aviva Joël, Bodo Krumwiede, Dorothee Roth, Jodoc Seidel.
Herausgeber: Reformierte Landeskirche des Kantons Zürich.
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